Für die Ausstellung STARK habe ich drei Arbeiten eingereicht. Drei unterschiedliche Annäherungen an die Frage, was Stärke für mich bedeutet.
Ein Bild wurde ausgewählt. Dieses Bild möchte ich hier bewusst noch nicht zeigen. Es wird im Stadtmuseum Siegburg zu sehen sein. Ab September. Details folgen.
Ich zeige eine der beiden anderen Arbeiten. Alle drei Werke, die für STARK entstanden sind, sind sehr persönlich. Schwarz-Weiß ist mir vertraut. Es ist Verdichtung, Reduktion, eine Form von Klarheit, die mir erlaubt, Abstand zu halten und zugleich sehr nah zu sehen.
Diese vorgestellte, wenn auch nicht ausgewählte, Arbeit trägt Farbe. Mit der Farbe verändert sich etwas in der Nähe. Die Distanz wird kleiner. Die Sprache unmittelbarer. Darum entsteht ein inneres Zögern. Nicht als Blockade, sondern als Schutzraum.
Vielleicht ist das der eigentliche Kern meines Weges zu STARK: Nicht alles sichtbar zu machen. Sondern zu erkennen, wann etwas im Inneren bleiben darf, um dort seine eigene Form zu finden. Gleichzeitig zu erkennen, wann etwas nach außen und sichtbar werden darf. Das Halten eines Raumes, der noch nicht in die Öffentlichkeit gehört. Vielleicht ist genau dieses Halten bereits ein Teil der Arbeit. Ein Inne(n) halten.
Und jetzt zeige ich mich. Eine Collage in Farbe, ein Meter mal ein Meter. Viele Gesichter von mir. Nicht eines, das erklärt. Viele, die nebeneinander existieren. Es ist das erste Mal, dass ich mich in dieser Größe so sehe und so zeige. Ohne Abstand. Ohne Rücknahme. Nur Präsenz.
Darin liegt für mich ein Moment von STARK: Nicht im Festhalten eines Bildes von mir. Sondern im Zulassen und Aushalten, dass ich darin sichtbar werde.
Die Essenz (meiner) Stärke: mich zu zeigen und zugleich zu spüren, ob und was noch geschützt bleiben darf. Den eigenen Stand zu finden. Balance. Halt. Vielleicht noch fragil und gleichzeitig bereits tragend.

Kommentar schreiben