Geliehenes Licht

Auf meiner Website zeige ich Fotografien, die nicht laut sind. Bilder, die sich Zeit nehmen.

 

Heute Morgen entstand ein Foto im Dunklen. Der Raum hatte kaum Kontur, bot dem Blick kaum Halt. Und doch war da etwas: eine kleine Spiegelung von Licht, geworfen aus dem Fenster der Nachbarin. Auf Wasser. Kein eigenes Licht, sondern ein geliehenes. Wie ein Zeichen.

 

Manchmal genügt solch ein kleiner Moment. Wie ein Zeitfenster, das sich für einen Augenblick öffnet und Licht hineinlässt. Nicht planbar, nicht wiederholbar. Solche Augenblicke sind der Ursprung meiner Fotografie. Wenn das Bild nicht gemacht wird, sondern geschieht. Wenn Licht nicht beleuchtet, sondern anklopft. Es zeigt nichts Vollständiges, sondern eine Möglichkeit.

  

In der Schwarzweiß-Fotografie wird das besonders deutlich. Licht und Schatten besprechen miteinander, was sichtbar werden darf. Es geht nicht um Kontrast, sondern um Beziehung.

Um das Dazwischen.

 

 

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