„Seelentiefen“ Begegnungen
Eine Reihe in Wort und Bild
19 Fotografien. Elf Männer, acht Frauen.
Jede ein stiller Dialog. Eine vorsichtige Annäherung.
Ein Blick hinter die Fassade – in Geschichten, in Gesichter, in das, was bleibt, das, was in die Tiefe geht.
Begegnung – die dreizehnte
Martin
Ein Heimspiel, nicht weit von meinem Zuhause entfernt. Martin schließt die Tür auf, gespannt auf das, was ihn erwartet. Mir geht es nicht viel anders. Schon bald darauf wird im Gespräch mit Martin deutlich, dass noch jede Menge unter der Spitze des Eisberges liegt.
Martin lässt sich auf diesen Termin ein. Auf mich. Auf die Kamera. Und auf das, was sich zwischen den Worten zeigen will. So, wie ich mich auf meine Kamera verlasse, mein verlängertes Auge. Auf mich selbst. Und auf das stille Vertrauen, dass sich etwas fügt, wenn man es nicht festhält.
Es stört ihn in keiner Weise, dass ich ihn dabei fotografisch begleite. Dass ich da bin. Dass ich sehe. Für einen kurzen Moment tauchen Skrupel bei mir auf. Darf ich diese Nähe einfangen, diese Tiefe? Die sich öffnet.
Ich ziehe mich zurück. Werde leiser. Mache mich beinahe unsichtbar und begebe mich zu seinen Füßen, ganz in den Hintergrund. Dorthin, wo Präsenz nichts fordert und Beobachtung zu einem stillen Mitgehen wird.
Es wäre mehr als schade gewesen, diese Augenblicke verstreichen zu lassen. Nicht festzuhalten, was sich gezeigt hat. Und nicht mitzunehmen, was unter der Oberfläche berührt wurde.
Was bleibt, ist das, was hörbar wird, wenn man leise genug wird, um nicht nur zu sehen..

Kommentar schreiben