Der Weg zum Workshop war mit Hindernissen gesät.
Die Anreise mit dem Auto wurde vom Wetter bestimmt. Schnee, Eis, schlechte Sicht. Nicht dramatisch, aber fordernd. Aufmerksamkeit war gefragt, Geduld, ein Annehmen dessen, was sich gerade nicht
beschleunigen ließ.
Eine Zwischenstation in Coesfeld ergab sich daraus. Ungeplant und im Nachhinein genau richtig. Ein kurzes Innehalten, bevor es weiterging. Manchmal braucht Ankommen einen Umweg. Und das Sich-Fragen: Wie geht es mir im Moment? Was fühle ich?
In Wettringen dann die Soccer-/Kunstkirche. Ein Raum mit eigener Präsenz. Ambivalenz. Weite, Licht, Klang. Nichts drängte sich auf, und doch war alles da. Eine Atmosphäre, die trägt und zugleich fordert. Ein Dazwischen.
Der Workshop selbst war kein Abarbeiten von Aufgaben. Eher ein Sich-Einlassen. Tun, beobachten, zuhören. Ein Ringen auch. Im Raum, im Austausch, im eigenen Inneren. Immer wieder dieses feine Austarieren zwischen Mut und Zurückhaltung, zwischen Zeigen und Lassen. Zwischen Nähe und Distanz.
Berührt werden spielte eine Rolle. Aber nicht physisch. Bewegt werden. Ins Staunen geraten.
Ich habe gestaunt, nicht zuletzt über mich selbst. Über das, was auftauchte, wenn ich nicht griff, sondern wartete. Über Bilder, Gedanken, Empfindungen, die sich nicht ankündigten und gerade deshalb stimmig waren.
Workshops sind für mich seit Jahren kleine Labore der eigenen Entwicklung. Orte, an denen sich Perspektiven verschieben. Auch diesmal ging es weniger um Ergebnisse als um Wahrnehmung. Um Präsenz. Um das, was sichtbar wird, wenn man sich Zeit lässt.
Am Ende blieb Erfüllung. Und Erschöpfung. Vom Schöpfen. Aus dem Vollen. Aus den Tiefen.
Diese besondere Müdigkeit, die nicht leer macht, sondern weit.
Der Workshop wirkt nach. Still. Nachhaltig.
Eine Essenz daraus folgt in einem eigenen Text: Noli me tangere.
Vier Tage, die wie Atemzüge wirken.
Vier Tage, die mich spüren lassen: Kunst ist Bewegung.
Nicht greifen, nicht festhalten.
Nur da sein.

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Cornelia (Dienstag, 03 Februar 2026 22:27)
Ich spüre beim lesen, wie tief es gegangen ist. Gepaart mit Dankbarkeit fü‘s Einlassen …(?)
Doris (Mittwoch, 04 Februar 2026 07:37)
ja, das ist es und es wirkt immer noch nach. Und - ein Bestandteil war eine bewegte und bewegende Einheit.