Bittersüß.
Ein Wort, das süß schmeckt und zugleich schmerzt. Wie die Liebe, die uns berührt und zugleich verwundet.
Es trägt Zucker in der einen Hand, Bitterkeit in der anderen. Es ist kein halbes Gefühl, kein Kompromiss. Es ist Leben in seiner vollen Tiefe:
spürbar, tastbar, erfahrbar, berührbar.
Meine Gedichte, so unterschiedlich sie scheinen, spiegeln diese Vielfalt. Einige hocken tief im Keller, verborgen im Dunkel, halten die Seele fest,
angekettet an Angst, Leere und lähmende Schwere.
Es kostet Kraft, wach zu bleiben, zu sehen, zu hören, zu fühlen.
Und doch: selbst im tiefsten Verlies schimmert ein Wunsch, die Seele tanzen zu sehen, wieder atmen zu lassen, den Duft der Freiheit.
Andere Texte öffnen Fenster. Sie rufen das Licht herein, spüren die Strahlen auf der Haut,
atmen die flüchtige Zärtlichkeit, die sich zwischen Anfang und Ende verliert. Hier liegt das Bewusstsein um Endlichkeit und Fülle,
um das Süße und Bittere des Lebens, untrennbar verbunden.
In Zusammenarbeit mit der wundervollen Gestalterin Susanne Geminn finden meine Gedichte neue Resonanzräume.
Typografie wird zu Klang, Worte und Bilder treten in Dialog.
Ein Projekt über Nähe und Nuance zwischen Zartheit und Kraft, das sich immer mehr formt und in meinem dritten Buch mündet,
das hoffentlich noch in diesem Jahr erscheinen wird.
Meine Liebe zu Worten, zu Bildern, zu Momenten, die sich nicht fassen lassen. Meine Freude, die Dunkelheit anzuschauen, ohne
mich darin zu verlieren.
Meine Suche nach Schönheit, selbst in Fragmenten, selbst im Bruch. Bittersüß zu leben bedeutet, alle Facetten zuzulassen und anzunehmen.
Die Schwere ebenso wie die Leichtigkeit.
Das Tanzen ebenso wie das Harren. Und dabei spüre ich: das ist ich. Das bin ich.
Das ist das, was mich ausmacht. Im Großen und Ganzen. Und mit allen (meinen) Zweifeln.

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